Vor 50 Jahren begann der Siegeszug der „Box für alle Fälle“. Am 25. April 1956 stach in den USA das erste Containerschiff in See, das mit baugleichen, leicht stapelbaren Behältern beladen war und den Warenverkehr der Welt revolutionieren sollte.

Malcom McLean hieß der Mann, der heute als Erfinder des Containers, gar als „Vater der Globalisierung“ gefeiert wird: Wir schreiben das Jahr 1937, der LKW-Fahrer McLean transportiert eine Ladung Baumwolle zum Hafen von Hoboken, New Jersey. Dort beobachtet er die aufwendige Verladung von Baumwolle. Er überlegt sich, wie effizient es doch wäre, den Auflieger samt Inhalt auf das Schiff zu setzen, an statt jeden Ballen einzeln vom Laster zu heben, zu verpacken und dann zu verladen.

Die Idee war geboren. Von der Vision bis zur Realität vergingen allerdings noch 20 Jahre, dafür wird McLeans ebenso simple wie geniale Idee heute in einem Atemzug mit der Erfindung der Dampfschifffahrt und der Einführung von Stahlschiffen genannt.

Der Vormarsch der Standardcontainer erhöhte die Produktivität des Transportwesens erheblich: die Vereinfachung der Ladevorgänge verringerte den Personalbedarf, die kürzeren Transport- und Schiffsliegezeiten reduzierten die Kosten.

Die internationale Containerschifffahrt zählt zu den wachstumsstärksten Industriezweigen der letzten Jahrzehnte und dieser Trend hält nach Expertenmeinung auch noch einige Jahre an. Über 95% des Interkontinentalen Warenverkehrs wird heute auf dem Seeweg abgewickelt, damit avancierte der Container zum wichtigsten Transportbehälter überhaupt und gilt als die Triebfeder der Globalisierung schlechthin.

Der Container hat in einem halben Jahrhundert die Weltwirtschaft revolutioniert. Doch als der amerikanische Spediteur Malcolm McLean vor 50 Jahren die ersten 58 Stahlkisten auf dem umgebauten Frachter IDEAL X verladen hat und von Newark in Richtung Texas auf die Reise schickte, wurde er noch belächelt und angefeindet.

Damals schleppten allerorten Heerscharen von „Schauermännern“ Ballen, Säcke und Holz-Boxen in den Laderaum eines Schiffes. Beim Be- und Entladen befestigten sie schweres Stückgut an Winden, die von Windenführern bedient wurden. Ein „Tallymann“ prüfte im Auftrag des Reeders die Ladung. Sein Arbeitsgerät war eine fünf Fuß lange Meßlatte, auf die auch sein Name zurückgeht (tally – „Kerbholz“). Für ein 5000 Tonnen-Schiff waren 60 Männer eine Woche lang mit dem Löschen der Ladung beschäftigt.

Heute liegen die riesigen Containerschiffe etwa in Hamburg oftmals nur noch Stunden im Hafen. Die Kranfahrer auf den riesigen Containerbrücken mit ihren Computergesteuerten fahrbaren Plattformen arbeiten im 24-Stundenbetrieb. Hamburg-Altenwerder ist neben Singapur, Shanghai und Shenzen eines der modernsten Containerterminals der Welt. An der 1400 Meter langen Kaimauer können vier Containerschiffe gleichzeitig abgefertigt und bis zu 30 000 Container gelagert werden.

Solche gigantischen Dimensionen und vor alle eine fast gespenstische Menschenleere hätte sich McLean nie träumen lassen. Dem amerikanischen Lastwagenfahrer war das Menschen-Gewusel in den Häfen bereits in den 30er Jahren aufgefallen und dabei kam ihm die genialste Idee seines Lebens: Eine standardisierte Kiste müsste samt Inhalt vom Lastwagen auf das Schiff gehievt werden können. Fast 20 Jahre später entwickelte er aus dieser Idee den Container, verkaufte seine Spedition und schickt 1956 gegen alle Widerstände von Reedern und Transportunternehmen die ersten genormten, stapelbaren Boxen auf die Reise.

Jeder Container trägt eine Nummer, mit der sein Besitzer ermittelt werden kann. Die meisten Boxen werden derzeit in China hergestellt. Das 20-Fuß-Standardmodell ( 1 TEU = Twenty Foot Equivalent Unit) kostet neu rund 2000 US-Dollar, ist 2,44 Meter breit, 6,10 Meter lang und 2,60 Meter hoch. Der Trend geht allerdings derzeit zum Großcontainer mit 40 Fuß Länge.

Die Überfahrt einer Flasche Rotwein von Australien nach Deutschland kostet rund zwölf Cent.