Basiswissen

Eine Kapitalanlage, insbesondere in einen Aktienfonds, sollte ausschließlich unter mittel- bis langfristigen Gesichtspunkten betrachtet werden.

Keine Anlage ist ohne jegliches Risiko, zumal wenn in eine Volkswirtschaft investiert wird. Verschiedene Einflüsse können dazu führen, dass es während der Anlagezeit zu Kursrückgängen kommt. Die Aktienkurse und damit die Erträge aus Aktionfonds können steigen oder fallen. Besonders hohe Kursschwankungen, die sowohl einen starken Kursverfall als auch einen starken Kursanstieg bedeuten können, gibt es in den Schwellenländern (den sogenannten ‚Emerging Markets‘) wie z.B. der asiatische/pazifische Raum, Lateinamerika, Osteuropa oder der mittlere Osten und bei Branchenfonds.

Kurs- und Währungsschwankungen sind ein natürlicher und unumgänglicher Bestandteil im Wertpapierbereich. Die Entwicklungen an den Börsen können zeitweilig zu erheblichen Kurseinbrüchen bei Aktien- aber auch bei Rentenwerten führen, so dass Anleger bei Kündigung einer Anlage zu solchen Zeitpunkten ggf. weniger erlösen können, als eingezahlt wurde. Andererseits können derartige Ereignisse ebenso günstige Gelegenheiten bieten zu investieren, um die früher oder später folgenden Aufschwungphasen zu nutzen.

Bei einer Anlage in Wechselkursen (z.B. Euro in US$) unterliegt der Ertrag zusätzlich den Wechselkursschwankungen, die sich sowohl negativ als auch positiv auf die Erträge auswirken können.

Eine positive Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Hinweis auf eine positive Wertentwicklung in der Zukunft!

Der Rücknahmepreis zum Zeitpunkt des Verkaufs kann niedriger oder höher sein als der gezahlte Ausgabepreis (Kaufpreis). In Zeiten einer negativen Börsenbewegung ist der Verkauf von Fondsanteilen unter Umständen unzweckmäßig. Hierdurch realisiere ich möglicherweise Verluste.

Speziell bei Aktienfonds handelt es sich um eine langfristige Investition, bei der kein feststehendes Verfügungsdatum bestehen sollte.

Geldmarktfonds sowie Laufzeitfonds eignen sich sowohl für kurzfristige als auch für längerfristige Anlagezeiträume. Rentenfondsanlagen empfehlen sich für mittel- bis längerfristige (3-5 Jahre) und Aktienfonds vor allem für längerfristige Zeiträume (über 10 Jahre).

Gerade die jüngsten Ereignisse haben gezeigt, dass auch Staaten als Garanten ausfallen können. Insofern möchten wir hier auf das grundsätzliche Totalverlustrisiko einer Anlage hinweisen.

Risiken erklärt und verdeutlicht:

Der Begriff Risiko (griechisch für Klippe, Gefahr) wird in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen unterschiedlich definiert. Allen Disziplinen gemeinsam ist jedoch die Definition des Risikos als die Beschreibung eines Ereignisses mit der Möglichkeit negativer Auswirkungen. Andere Definitionen sehen bei risikobehafteten Handlungen auch die Möglichkeit einer positiven Auswirkung, die meistens als Chance bezeichnet wird. Ursächlich ist das Risiko mit einem Wagnis verbunden.

Das Risiko wird allgemein als ein Ergebnis aus Eintrittswahrscheinlichkeit eines unerwünschten Ereignisses und Schadensschwere als Konsequenz aus dem Ereignis angesehen.

Im Gegensatz zum Risikobegriff zeigt sich der Begriff Wagnis tendenziell mit einer ethischen Komponente verbunden und findet als solcher bevorzug in den  Geisteswissenschaften (Theologie, Philosophie, Psychologie, Pädagogik etc.) Verwendung (Wagnis Freundschaft, Wagnis Ehe, Wagnis Sport). In der Wagniserziehung erhält der verantwortungsvolle Umgang mit Risiken eine menschenbildende Funktion.                                                                                                                      Quelle: Wikipedia, Stand April 2014

Totalverlustrisiko: Hier besteht unserer Meinung nach für sämtliche Anlagen im Extremfall ein Totalverlustrisiko. Da z.B. auch eine Staatsgarantie im Extremfall nicht alle Spareinlagen absichern kann. Woher sollte ein Staat Gelder erhalten, wenn ein so starkes Ereignis eintritt, dass Geldinstitute insolvent werden würden. Auch ein Sicherungssystem welches innerhalb eines möglichen Verbundes besteht, kann logischerweise nicht unbegrenzt belastet werden. Eine schlagartige Auszahlung aller Guthaben auf Girokonten, Tagesgeldern, Sparbüchern u.a. in Deutschland oder anderswo ist so schlichtweg nicht möglich. Wie in den letzten Jahren zu beobachten war, können Kursverluste bei allen Anlagen auftreten. Nicht nur bei Aktien oder auch Anleihen, Immobilien und Edelmetallen. Vielleicht sollte man sich eher über die Wahrscheinlichkeit eines Totalverlustes Gedanken machen, aber das Risiko besteht grundsätzlich immer.

Emittentenrisiko: Ein Emittent gibt ein Wertpapier heraus. Er „verkauft“ ein Versprechen. Zum Beispiel gibt die Bundesrepublik Deutschland (bietet an/verkauft) Staatsanleihen heraus und ist damit ein Emittent. Eine Bank gibt (bietet an/verkauft) ein eigenes Zertifikat an einen Kunden und ist damit auch ein Emittent. Eine Firma leiht sich Gelder und gibt (bietet an/verkauft) einen Firmenanleihe und ist ebenfalls ein Emittent. Kann ein solcher Emittent seine Versprechen mit mehr halten, setzt man sich dem Risiko aus, dass das investierte Geld weg ist oder zumindest weniger Wert sein könnte. Umgekehrt besteht allerdings auch die Möglichkeit, dass ein vermeintlicher „Pleitekandidat“ durch Sparmaßnahmen wieder zu Geld kommt und seine Versprechen dann doch erfüllen kann. Der Wert dieser von einer Pleite bedrohten Anlage ist tendenziell wenig Wert…somit günstig oder „billig“ zu kaufen. Wenn dieser Pleitekandidat dann doch wieder in der Lage ist seine Verpflichtungen zu erfüllen, würde der Wert dieser Anlagen stark steigen. Im Risiko liegt somit auch immer eine Chance.

Währungsrisiko: Fast im gesamten Euroraum können wir mit dem Euro bezahlen. Hier besteht kein Währungsrisiko. Es gibt international aber unterschiedliche Währungen und wenn man im Urlaub mit einer anderen Währung bezahlen muss, hat man schon ein Währungsrisiko, da der Wechselkurs zu dem man die jeweilige Währung kaufen kann, ja auch Änderungen unterliegt. Ebenso ist es, wenn man in Aktien oder anderen Wertpapieren eines fremden Währungsraumes investiert. Euro in US-Dollar usw. …aber auch hier kann ein Risiko zu Gewinnen führen, wenn die andere Währung gegenüber der heimischen Währung an Wert gewinnt.

Zinsänderungsrisiko: Ein Risiko welches wohl jeder Hausbesitzer in der Phase seiner Hausfinanzierung kennt. Welchen Zins erhalte ich nach der ersten Zinsfestschreibung? Zu welchem Zinssatz kann ich mir wieder Gelder leihen? Zu welchen Zinssatz kann ich mein Geld wieder neu anlegen?

Kündigungsrisiko: Hier besteht das Risiko unter anderem darin, dass ein Emittent eine hochverzinste Anlage kündigen kann (wenn dieses Kündigungsmöglichkeit in den Bedingungen steht). Als Beispiel möchten wir eine Festzinsanlage mit einem Zins von z.B. 5% pro Jahr nehmen und der Emittent hätte das Recht diese innerhalb der vereinbaren Laufzeit von z.B. 4 Jahren zu kündigen. Macht er von diesem Recht Gebrauch, zahlt er dem Anleger seine eingezahlten Summe nebst Zinsen zurück. Der Anleger hat dann das Risiko, dass er diese erhaltenen Gelder nur noch zu einem aktuellen Zinssatz von vielleicht dann 2 % pro Jahr anlegen kann. Gerechnet hat der Anleger aber mit einem Zinsertrag von ursprünglich 5% pro Jahr für eine Dauer von 4 Jahren.

Bonitätsrisiko: Hier könnte sich die wirtschaftliche Lage eines Emittenten verschlechtern, so dass dieser die versprochenen Erträge (Zinsen/Dividenden) nicht mehr zahlen kann. Die Bonität (Kreditwürdigkeit) hat sich verschlechtert.

Liquiditätsrisiko: Hier besteht das Risiko zu einen darin, dass jemand ein Wertpapier hat und es an der Börse verkaufen möchte aber keinen Käufer findet oder die Börsen geschlossen sind. Weiterhin ist es möglich, dass eine Fondsgesellschaft die Rücknahme (den Handel) von Fondsanteilen aussetzt. Diese Punkte waren zum Beispiel im September 2001 eingetreten. Aber auch in den letzten Jahren gab es immer wieder einzelne Gründe/Anlässe den Handel von Wertpapieren kurz-, mittel-, oder auch langfristig auszusetzen. Ein Liquiditätsrisiko kann auch bei einer Firma, welche Gelder benötigt aber keine Geldmittel erhält, zu einem existenzbedrohenden Umstand führen und somit den weiteren Geschäftsbetrieb gefährden.

Konjunkturrisiko: Hier besteht das Risiko in den Schwankungen innerhalb einer Volkswirtschaft. Steigende Konjunkturzahlen mir geringer Arbeitslosenquote und guten Verdienstmöglichkeiten oder einer schwachen Konjunktur mit hoher Arbeitslosigkeit und schwacher Nachfrage nach Gütern lassen die Gewinne und/oder Steuern in unterschiedlicher Höhe ausfallen.

Grundsätzlich lässt sich ein Risiko nur individuell betrachten, ist aber selbst in vielen Bereichen des täglichen Leben vorhanden. Auch wenn wir diesen Risiken vielfach keine Beachtung schenken, sind diese vorhanden.